Das Joint Venture will die Einstiegshürden für die Nutzung von Quantentechnologie in Unternehmen senken. Sein technologischer Ansatz ist vielversprechend, hat aber auch Nachteile.

Düsseldorf Neuigkeiten zu Quantencomputern kommen in der Regel aus den USA. Google, IBM und Microsoft dominieren die Entwicklung. Europäische Unternehmen spielen trotz exzellenter Quantenforschung an den Hochschulen kaum eine Rolle. Das will das österreichisch-schweizerische Joint Venture QMware ändern. Gemeinsam steigen das Start-up Terra Quantum und das Unternehmen Novarion ins Rennen um die Wunderrechner ein.

Denn die Quantentechnologie gilt als große Verheißung der IT-Welt. Quantencomputer könnten in naher Zukunft Impfstoffe im Minutentakt erforschen oder den Verkehr einer Millionenmetropole innerhalb von Sekunden simulieren. In einer aktuellen Studie beziffert die Beratungsgesellschaft McKinsey das Umsatzpotenzial der Quantentechnologie allein in der Autoindustrie auf bis zu drei Milliarden Euro bis 2030.

QMwares Ambitionen klingen angesichts der Billionen Dollar schweren Konkurrenz aus den USA und ihren Jahren Vorsprung wie vermessene Start-up-Hybris euphorischer Gründer. Doch Terra-Quantum-Gründer Markus Pflitsch und Novarion-Chef George Gesek verfolgen einen technisch bisher wenig beachteten Ansatz, der durchaus das Potenzial hat, Quantentechnologie zeitnah kommerziell nutzbar zu machen. „Wir senken für die Unternehmen die Einstiegshürde“, sagte Pflitsch dem Handelsblatt. „Sie müssen keine eigenen Quantencomputer besitzen beziehungsweise keinen Zugang zu ihnen haben. Auch benötigen sie keine Quantencomputer-Experten.“

Das 100 Mitarbeiter starke Joint Venture verfolgt den Ansatz des „Hybrid Quantum Computing“ oder auch Quanten-maschinelles-Lernen genannt. Es ist eine Art Übergangstechnologie im Bereich der Quantencomputer. QMware muss dafür weder eigene Quantencomputer bauen noch die entsprechenden Cloud-Dienste von Google, IBM oder Microsoft nutzen. Stattdessen virtualisieren sie die Computer auf speziellen Hochleistungsrechnern.

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